Kedr Livanskiy

Die Stadt Moskau ist sicher nur den wenigsten als Quelle wegweisender Pop-Musik im Bewusstsein, und doch ist Kedr Livansky gerade dabei, ordentlich Staub im Untergrund der russischen Metropole aufzuwirbeln. Geboren in eine sich auflösende Sowjet-Union, fühlt sie Kedr gleichermaßen geprägt wie unverstanden zwischen dem grauen Beton der Vorstadt Tristesse. Angetrieben von der Liebe zu The Cure, Washington Irving, Film und Musik, findet sie sich später im Netz von Gleichgesinnten wieder, dem Künstlerkollektiv John’s Kingdom, wo sie die Musik von DJ Rashad, Laurel Halo oder auch Aphex Twin kennen und lieben lernt. Zwar finden sich die Einflüsse dieses global-elektronischen Undergrounds in Livanskiy’s Produktionen wieder, doch ist es eine ganz besondere Unbedarftheit mit der sie auf Popsong-Länge düstere Klangcollagen auf liebliche Melodien und technoide Monotonie auf nervöse Breakbeats reimt.