Tune-Yards

Anfang des Jahres veröffentlichten Merrill Garbus und Nate Brenner ihr neues Tune-Yards-Album „I Can Feel You Creep Into My Private Life“. In einem Interview mit dem Magazin Intro erzählte Garbus unter anderem, was ihr diesmal Inspiration lieferte. Dabei fielen die Worte „Brecht“, „das Böse“, „Kolonialismus“ und „Herzinfarkte“. Falls ihr nun denkt „Tja, das kann ja heiter werden!“, dann habt ihr die Tune-Yards noch nicht gehört. Denn Garbus und Brenner schaffen mit ihrem elektronischen Pop das Unmögliche: Man will die Hüften wiegen, sich um die eigene Achse drehen, die Hände in die Luft werfen, Freund oder Freundin (oder beide) knutschen – und dann wird man plötzlich gepackt und geschüttelt von Zeilen wie diesen: „I use my white woman’s voice to tell stories of travels with African men / I comb my white woman’s hair with a comb made especially, generally for me /I use my white woman’s voice to tell stories, stories / Colonizer!“